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Studie Suchmaschinen-Optimierung
Über den Zeitraum von drei Wochen (vom 1. Februar bis 22. Februar 2007) habe ich eine Online-Befragung mit Personen durchgeführt, welche sich mit Suchmaschinenoptimierung auseinandersetzen. Der Fragebogen war in vier Teile gesplittet. Die einzelnen Teile enthielten Fragen zu den Themen anfrageabhängige Kriterien, anfrageunabhängige Kriterien, Tools zur Suchmaschinenoptimierung und zum Schluss noch Fragen zur Person. Von den Teilnehmern mussten 25 Fragen zum Thema Suchmaschinenoptimierung beantwortet sowie Angaben zur eigenen Person gemacht werden.[191] Insgesamt folgten 231 Personen dem Aufruf und 216 von diesen Personen begannen den Fragebogen auszufüllen, jedoch war die Neugierde wohl größer als das Interesse ihn vollständig auszufüllen. Schlussendlich lagen 88 relevante Datensätze vor. Die Teilnehmer wurden zum Teil persönlich per E-Mail angeschrieben (14 E-Mails), drei Personen über die Kontakt-Management Plattform XING und über diverse einschlägige Internetplattformen, welche sich mit Suchmaschinen Marketing, bzw. SEO im Speziellen auseinandersetzen. Die Abbildung 23 zeigt woher die Teilnehmer des Fragebogens stammen. Die Quelle „(direct)“ mit einem Anteil von 21,05 %, welche direkt auf den Fragebogen zugegriffen haben, setzen sich u.a. aus jenen Personen zusammen, welche persönlich von mir angeschrieben wurden.
Abbildung 23: Besucher der Befragung nach Quelle[192]
Ergebnis der Befragung
Die Teilnehmer der Befragung waren zum größten Teil Männer. Von den 88 relevanten Datensätzen waren nur drei Datensätze von Frauen. Die meisten Teilnehmer stammten aus Deutschland (70), gefolgt von Österreich (13), der Rest kam aus der Schweiz bzw. aus sonstigen Staaten. Beim Alter der Befragten zeigte sich, dass im SEO-Bereich sehr viele junge Menschen tätig sind, denn 91 % sind unter 40 Jahre und gar 65 % unter 30 Jahre! In weiterer Folge wurde auch die Erfahrung abgefragt und es zeigte sich (Abbildung 24), dass rund 24 % der Befragten über eine mehr als fünfjährige Erfahrung verfügten, trotz der doch noch sehr jungen Thematik.
Abbildung 24: Angaben über die SEO-Erfahrung in Jahren[193]
Bei den Fragen zur Suchmaschinenoptimierung wurde bei den meisten Fragen nach dem Einfluss des jeweiligen Kriteriums auf die Platzierung in den SERPs gefragt und wie hoch der jeweilige Aufwand dazu ist, dieses Kriterium suchmaschinenoptimal aufzubereiten. Die Bewertung erfolgte auf einer fünfteiligen Skala von „sehr wichtig“ bis hin zu „unbedeutender Einfluss“ bzw. „sehr hoher Aufwand“ und das Pendant dazu, „sehr niedriger Aufwand“. Bei den zusammenfassenden Abbildungen gelten folgende Aussagen:
Einfluss: je niedriger der Mittelwert, desto besser (1=Sehr wichtig, 5=Unbedeutend/Kein Einfluss)
Aufwand (vice versa): je höher der Mittelwert, desto einfacher ist es diese Optimierung durchzuführen. (1=Sehr hoher Aufwand, 5=Sehr niedriger Aufwand)
Fazit: Der rote Balken bei den grafischen Auswertungen sollte so kurz wie möglich sein, der blaue (mit weißen Punkten) soll so lange wie möglich sein. Bei den Abbildungen stehen neben der Ergebnis-Beschriftung in Klammer jene Nummern, unter der die Frage im Fragebogen (siehe Anhang) wieder gefunden werden kann.
Anfrageabhängige Kriterien
Bei diesen Fragen galt es von den SEO-Experten zu erfahren, welche Maßnahmen getroffen werden sollten, damit eine Seite bzw. der gesamte Auftritt in den SERPs gut platziert ist. Das Ergebnis ist, dass an klarer erster Stelle die Optimierung des Titels (Title-Tag) im Vordergrund steht. Neben dem großen Einfluss auf die Platzierung in den Ergebnissen der Suchmaschinen ist auch der Aufwand relativ gering. Mit ein wenig Abstand folgt die interne Verlinkung und die Auszeichnung der Überschriften (h1></h1>, <h2> …).Bei der internen Verlinkung ist jedoch der Aufwand deutlich höher als beim Titel oder bei der Überschrift. Vernachlässigbar sind Optimierungsmaßnahmen wie valides HTML (hier ist auch der Aufwand im Vergleich höher), das Auszeichnen eines Textes mit fetter oder kursiver Schrift oder die Verwendung des Meta-Tags für Keywords.
Abbildung 25: Ergebnis der anfrageabhängigen Faktoren[194]
Interessant an den Detailergebnissen ist, dass unter den Vollzeit-SEO-Experten der Einfluss bezogen auf die Überschriften geringer eingeschätzt wird als bei den Personen, welche sich nicht nur auf SEO spezialisiert haben (bei SEO-Experten liegt der Mittelwert bei 2,3 verglichen zu einem Mittelwert von 1,8). Bei nahezu allen Antwortmöglichkeiten schätzen die SEO-Experten den Einfluss der unterschiedlichen Maßnahmen geringer ein, nur bei der Optimierung des Titels sind die hauptberuflichen Suchmaschinen-Profis optimistischer. Eine weitere Auffälligkeit ist, dass bei der Einschätzung des Einflusses der Keyword Proximity (also jene Stelle auf einer Seite wo das Keyword positioniert ist - zu Anfang, zu Schluss, …) auf die Platzierung, mit steigendem Alter zu nimmt (von einem Mittelwert von 3,3 bei 14 – 25jährigen bis hin zu 1,6 in der Altersgruppe 40 – 44 Jahre).
Anfrageunabhängige Kriterien
Der PageRank als das Non-Plus Ultra Kriterium ist tot zumindest aus der Sicht der Befragten. Diese sehen mit einem durchschnittlichen Wert von 3,13 den PR als jenen Faktor, den man am ehesten vernachlässigen kann. An oberster Stelle bei den anfrageunabhängigen Kriterien stehen:Generell ist der Aufwand der anfrageunabhängigen Kriterien meist sehr viel höher, gemäß den befragten Personen. Interessant ist auch die Aussage, dass das viel und gern zitierte “Bad Neighborhood” von vielen SEOs nicht als eine gefährliche Größe angesehen wird (Abbildung 26).
Abbildung 26: Ergebnis der anfrageunabhängigen Faktoren[195]
Besonders wichtig ist es, viele eingehende Links von anderen Netzauftritten zu erhalten, denn 71 % der Befragten sind der Meinung, dass es auf jeden Fall mehr eingehende als ausgehende Links auf einem Netzauftritt geben soll (Abbildung 27).
Abbildung 27: Mehr eingehende Links als ausgehende Links ist ein wichtiges Kriterium bei den anfrageunabhängigen Faktoren[196]
Beim Blick auf die Detailergebnisse fiel auf, dass bei der Frage 15, „welche Rolle es spielt, an welcher Stelle der ausgehende Link in einer Seite positioniert ist“, es in den einzelnen Altersgruppen deutliche Unterschiede gab. Die Gruppe der 14 – 29jährigen schätzen dieses Kriterium mit einem Mittelwert von 1,8 als extrem wichtig ein. Der Gegenpol dazu bildet die Gruppe der 40 – 44jährigen, welche der Meinung ist, dass diese Positionierung kaum Einfluss auf die Platzierung hat mit einem Mittelwert von 3,0.
Tools zur Suchmaschinen-Optimierung
Bei den SEO-Tools kam es zu einer Überraschung, denn anscheinend verwendet kein vernünftiger Suchmaschinen-Optimierer diese Tools, denn schon auf die Frage “Was halten Sie generell von Tools zur automatischen Anmeldung bei Katalogen und Suchmaschinen?” gab es ein klares Ergebnis wie es aus Abbildung 28 ersichtlich ist:
Abbildung 28: Verwendung von Anmelde-Tools für Suchmaschinen oder Webkatalogen[197]
Obwohl der typische SEO überzeugt ist, dass diese Tools den Arbeitsaufwand durch die Automatisierung senken, ist er gegenüber diesen SEO-Tools sehr skeptisch und verwendet diese kaum. Einzig Tools zur Unterstützung bei der Keywordrecherche werden des Öfteren verwendet (Abbildung 29).
Abbildung 29: Verwendung von SEO-Tools[198]
Tools zur Anmeldung bei Suchmaschinen oder Webkatalogen werden von den Befragten kaum bis gar nicht angenommen, ganz gleich wie viel Erfahrung oder welchen Alters sie sind. Angebote wie „Wir tragen Sie in 100.000 Suchmaschinen ein“ sind unter anderem auch aus diesem Grunde vorsichtig zu betrachten.
Schlussfolgerung
Aus den Ergebnissen der Befragung lässt sich ableiten, dass grundsätzlich die anfrageabhängigen Kriterien leichter zu optimieren sind, denn der damit verbundene Aufwand liegt deutlich unter den Aufwandswerten der anfrageunabhängigen Kriterien (Mittelwert liegt bei 3,3 bzw. 2,5). Das wichtigste Kriterium ist der Titel einerseits und der Linktext andererseits. Hier ist aber deutlich zu sehen, dass der jeweilige damit verbundene Aufwand beim anfrageabhängigen Kriterium „Titel“ deutlich niedriger ausfällt, verglichen zu dem anfrageunabhängigen Kriterium „Linktext“. Die Optimierung für Suchmaschinen ist anscheinend ein Handwerk, denn nur wenige Suchmaschinenoptimierer vertrauen auf Tools, obwohl sie ganz klar der Meinung sind, dass diese die den mit der Optimierung verbundenen Zeit- und Personalaufwand reduzieren. Einzig bei der Keywordauswahl verwendet rund die Hälfte der Befragten Tools, die sie bei der Auswahl häufig bzw. sehr häufig unterstützen.| « Studie Suchmaschinenoptimierung | Website Tests » |
